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Russen bohren sich zu Wostok-See unter 4 Km Eis am Südpol durch

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Russen bohren sich zu Wostok-See unter 4 Km Eis am Südpol durch

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Sie vergleichen es mit dem ersten Flug ins All: Russische Forscher haben unter knapp vier Kilometer dickem ewigen Eis am Südpol einen See erreicht, der Millionen Jahre alt und völlig isoliert ist. Gut dreißig Jahre lang bohrten sie sich mit Unterbrechungen bis zum Wostok-See durch, am Sonntag war das Ziel dann in 3.769 Metern Tiefe erreicht, wie sie an diesem Mittwoch mitteilten. Von den Bohrungen und Wasserproben erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Klimawandel, neue Bakterienarten und die Entstehung des Lebens:

“Es gibt kein einziges Objekt auf der Erde, das mehr als 20 Millionen Jahre lang vom Rest der Welt isoliert war”, erklärt der Antarktisforscher Lev Savatyugin. “Wir wissen nicht, was damals für ein Klima herrschte, wir wissen nicht, welche Art von Bakterien damals existierten, wie damals Leben entstand. Die Antworten auf diese Fragen könnten in diesem See liegen.”

Kritiker befürchten, dass durch die Bohrungen das Ökosystem des unberührten Sees verschmutzt wird. US-Forscher werfen den Russen vor, Frostschmutzmittel und Kerosin dabei zu verwenden. Amerikaner und Briten bohren ebenfalls am Südpol. Sie alle haben dafür wegen der Kälte nur wenige Wochen im antarktischen Sommer Zeit. Auch die Russen müssen deshalb jetzt wieder für zehn Monate abziehen, bis zum See schafften sie es gerade noch rechtzeitig.