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Griechenland: Das Volk murrt, die Regierung bröckelt

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Griechenland: Das Volk murrt, die Regierung bröckelt

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In Griechenland brodelt es. Am Rande der friedlichen Proteste gegen das allerneueste Sparpaket der griechischen Regierung kam es in Athen zu Straßenschlachten zwischen Randalierern und der Polizei.

Und nur einen Tag nach der Einigung der Parteispitzen über die Sparmaßnahmen tritt ein Regierungsmitglied nach dem anderen zurück: Die ultrakonservativen Juniorkoalitionspartner unter George Karatzaferis zogen ihre Handvoll Minister und Staatssekretäre ab und kündigten an, im Parlament gegen das Paket zu stimmen. Aus den Reihen der Sozialdemokraten traten ebenfalls Staatssekretäre zurück. Beobachter erwarten bereits, dass es bald zu einer reinen Technokratenregierung kommt, die dann nicht mehr auf die Wählergunst achten müsste.

Tausende Griechen gingen an diesem Freitag auf die Straße, nachdem ihnen weitere Kürzungen aufgetischt worden waren. “Ein Arbeiter wird von dem Gehalt, das die neuen Maßnahmen vorsehen, nicht leben können. Eine große Zahl von Menschen wird in die Arbeitslosigkeit gestoßen werden”, schimpft ein Demonstrant.

Die Gewerkschaften legten zudem mit einem 48-Stunden-Streik vor allem den Verkehr lahm. Die Bevormundung durch das Ausland sind sie jetzt Leid – und vom Herumrudern ihrer Regierung resigniert: “Die Übereinkunft ist inakzeptabel. Zuerst einmal gibt sie uns keine Hoffnung. Wenn es einen Plan gäbe, der uns nach einer gewissen Zeit bessere Aussichten ließe, der nicht nur den Zahlungsausfall aufschöbe, denn wären wir trotz aller Entbehrungen zufriedengestellt”, bemängelt eine Griechin.

Nach dem ersten Protesttag wird in Athen aufgeräumt, die Graffiti abgewaschen. Weitere Proteste sollen folgen. Spätestens Montag wird das Parlament über die neuen Sparmaßnahmen abstimmen. Wer weiß, wie viele dann noch in der Regierung sitzen…