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Urteil im italienischen Asbest-Fall erwartet

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Urteil im italienischen Asbest-Fall erwartet

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Ein italienisches Gericht entscheidet am Montag, ob die Besitzer des Zementherstellers Eternit für den Tod von 3.000 Menschen verantwortlich sind, die während der Produktion Asbest ausgesetzt waren. Die Opfer waren Arbeiter in vier italienischen Fabriken des Unternehmens und Menschen, die in der Nähe der Anlagen wohnten.

Die Staatsanwaltschaft in Turin fordert 20 Jahre Haft für den Schweizer Stephan Schmidheiny, den früheren Besitzer der Firma, und den belgischen Teilhaber, Jean Louis de Cartier.

Staatsanwalt Raffaele Guarinello sagt, die Umweltkatastrophe koste bis heute Menschenleben: “Diese Tragödie wurde durch Fahrlässigkeit verursacht. Ich beschäftige mich bereits seit den 70er Jahren mit den durch Asbest verursachten Problemen. Schon damals wusste jeder um die Gefahren und es war klar, was hätte getan werden müssen.”

Die Verteidigung bestreitet, dass die Angeklagten direkte Verantwortung für die italienischen Niederlassungen der Firma tragen. Eternit ging 1986 bankrott, sechs Jahre bevor Asbest in Italien verboten wurde.