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Italien: Hohe Haftstrafen im Eternit-Prozess


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Italien: Hohe Haftstrafen im Eternit-Prozess

Im italienischen Eternitprozess sind die beiden Angeklagten zu je sechzehn Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem bewilligten die Richter in Turin Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Die beiden, unter ihnen der Schweizer Unternehmer und Milliardär Stephan Schmidheiny, hatten in den siebziger und achtziger Jahren an entscheidender Stelle mit den Eternitwerken in Italien zu tun.

Schmidheiny gehörte die Schweizer Eternit-Gruppe, die die italienischen Werke in den Siebzigern übernahm und sie bis zu deren Pleite 1986 besaß. Damit löste sie damals Eternit Belgien ab; der zweite Verurteilte, Louis de Cartier, ist Belgier.

Schmidheinys Verteidigung hatte angeführt, dass unter ihm damals überhaupt erst der Ausstieg aus der giftigen Asbestproduktion begonnen hätte. Außerdem sei er – wie auch Cartier – nie direkt mit der Führung von Eternit Italien befasst gewesen.

Das Gericht sah die beiden Verurteilten nun aber als verantwortlich an für den Tod von fast dreitausend Menschen durch Asbestvergiftung – Arbeiter in den italienischen Fabriken ebenso wie Anwohner. Bei der Verkündung des Urteils waren die zwei Männer nicht dabei, wie schon während des ganzen Prozesses.

Die Verteidiger sprachen von schweren Verfahrensmängeln und kündigten Berufung an.

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