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Umstrittenes Referendum der Kosovo-Serben

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Umstrittenes Referendum der Kosovo-Serben

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In vier Gemeindem im Norden des Kosovo, unter anderem im serbischen Teil von Mitrovica, stimmen die Serben am Dienstag und am Mittwoch über ihre Zukunft ab. Es geht um die Frage, ob sie die Instutitionen der Regierung in Pristina anerkennen – und die Antwort steht eigentlich schon fest. Die rund 50.000 Serben im Nordkosovo lehnen die Albaner-Führung rundweg ab. “Wir erwarten eine hohe Wahlbeteiligung”, sagt der Bürgermeister des serbischen Teils von Mitrovica, Krstimir Pantic, “denn die Abstimmung ist sehr wichtig. Die Bürger sollen den Politikern in Belgrad zeigen, dass sie mit den albanischen Institutionen nichts zu tun haben wollen, dass sie niemals akzeptieren werden, in einem so genannten unabhängigen Kosovo zu leben.”

Sowohl Belgrad als auch Pristina allerdings sehen das Referendum als gesetzwidrig und faktisch bedeutungslos. Die Führung des Kosovo übte scharfe Kritik an dem Vorhaben, der sich auch Ökonomen wie Rmadan Ferizi anschließen: “Die Serben haben viele Abstimmungen organisiert, aber keine hatte irgendeine Wirkung. Unsere Regierung hat versprochen, dass das Kosovo nicht geteilt wird. Die Serben können das Unvermeidliche hinausschieben, aber dieses Gebiet war immer ein Teil des Kosovo und das wird es bleiben.”

Die Regierung in Belgrad wiederum fürchtet um den erhofften Status als EU-Beitrittskandidat, den Serbien Anfang März bekommen sollte. Die EU geht davon aus, dass die Abstimmung die Suche nach einer Lösung für die Region erneut erschwert.