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Asbest-Entsorgung in der Mikrowelle

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Asbest-Entsorgung in der Mikrowelle

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Die Firma ATON-HT in Polen hat eine Technologie entwickelt, mit der Asbest und asbesthaltige Materialien entsorgt werden können. Das Konzept klingt überraschend einfach: Das gefährliche
Material kommt in die Mikrowelle und wird auf 1000 Grad erhitzt. Danach ist es harmlos. Und: Der Asbest-Ofen ist sogar mobil.

Ryszard Parosa, Präsident des Supervising Board bei ATON-HT, erklärt: “Unsere Technologie ist beweglich: Das Gerät kann ganz einfach in einen Container gepackt und dann an die Stelle gebracht werden, wo der Asbestmüll lagert. Wir müssen die gefährlichen Substanzen also nicht transportieren – das ist ein wichtiger Vorteil.”

Die Mikrowellentechnologie ist für das Land Polen eine wichtige Errungenschaft, denn hier wurde in der Vergangenheit viel Asbest verbaut. Erst 1997 wurde der Baustoff verboten.

Ewa Błażejowska, Vizepräsidentin bei ATON-HT: “Das Problem mit Asbest ist, dass es aus vielen kleinen Fasern besteht, die sich in der Lunge festsetzen und Krebs und andere Krankheiten verursachen können.
Wir verändern die Struktur des Materials. Wie Sie sehen können, sind jetzt keine Faserstrukturen mehr enthalten, aber es ist immer noch eine mineralische Substanz. Jetzt ist es nicht mehr schädlich für die Menschen, die damit arbeiten.”

Rund 15 Millionen Tonnen Asbest warten in polnischen Deponien noch darauf, recycelt zu werden. Das stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.

Ewa Błażejowska: “Wir müssen das Problem nicht mehr an die folgenden Generationen weitergeben, wir können es jetzt lösen – dank der Behandlung mit Mikrowellen.”

Die Mikrowellen-Technologie wurde in einem EU-Projekt entwickelt. Sie erhitzt das Asbest langsam und gleichmäßig, so dass keine Fasernstrukturen darin erhalten bleiben.
Wenn das Material aus dem Ofen kommt, kann es gefahrlos wiederverwertet werden.

Ryszard Parosa: “Das Material kann jetzt zum Beispiel für den Straßenbau verwendet werden. Man kann es auch mit Zement vermengen und zu Bausteinen verarbeiten. Es handelt sich also um eine Technologie, bei der am Ende kein Abfall übrig bleibt.”