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Libyen: Revolution mit Schattenseiten

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Libyen: Revolution mit Schattenseiten

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Ein Jahr nach Beginn ihres letztlich erfolgreichen Aufstands gegen den früheren libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi haben die Bewohner in Bengasi gefeiert.

Der libysche Nationale Übergangsrat kündigte an, dass jede Familie zur Feier des Tages 1.600 Dollar bekommen soll.

Eine Umfrage des Instituts Oxford Research International ergab, dass mehr als 80 Prozent der Libyer mit ihrem Schicksal zufrieden sind. Zudem finden 82 Prozent der Befragten die Revolution im Nachinein “absolut richtig”.

Ein Bericht von Amnesty International zeigt die
Schattenseite der Revolution, demnach sind seit dem Zusammenbruch des Gaddafi-Regimes mehr als 12 Menschen zu Tode gefoltert worden.

Der Amnesty-Experte Carsten Jürgensen kritisierte:
“Das Problem ist, dass die Milizen über dem Gesetz stehen. Sie werden nicht zur Verantwortung gezogen für ihre Taten, die Behörden wagen es nicht. Und dann gibt es natürlich die Befürchtung, dass sich die Situation in Libyen weiter verschlechtern könnte.”

Eine Amnesty-Delegation besuchte libysche Gefängnisse in Tripolis, Misrata und Bengasi. In fast allen klagten die Häftlinge über Folter und Misshandlung.

Amnesty kritisierte, dass die Milizen außer Kontrolle seien. Vermehrt sei es auch zu Übergriffen der Milizen gegen afrikanische Flüchtlinge gekommen.