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Wettbewerbsfilm verärgert Ungarn

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Wettbewerbsfilm verärgert Ungarn

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Mit einem politisch brisanten Wettbewerbsbeitrag legt der ungarische Regisseur Bence Fliegauf auf der 62. Berlinale den Finger in eine klaffende Wunde seines Heimatlandes.

Denn in der ungarischen Provinz wurden immer wieder Angehörige der Roma-Minderheit im Land brutal hingerichtet. Von den Tätern fehlte stets jede Spur.

“Nur der Wind” – “Just the Wind” zeigt in 99 Minuten die gespannte Stille im Land und wie das Schweigen der Bevölkerung die gesellschaftlich isolierten Roma ihren Mördern in die Hände spielt.

Grund genug für die ungarischen Behörden den Film zu missbilligen, weiss Regisseur Bence Fliegauf:

“Eine Gesellschaft muss ihren Krisen und Tabus ins Angesicht schauen. Das zeigt, dass Ihr Land, Deutschland, eine wahre Republik ist und dass Sie in einem demokratischen System leben – zumindest wenn man hier solche Filme drehen darf.”

Fliegauf arbeitete mit Laiendarstellern, allesamt selbst Roma. Sein Film ist einer von 18 Beiträgen im Wettbewerb um den einen goldenen und mehrere silberne Bären. Die Gewinner werden am Samstag bekannt gegeben.