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Schloss Bellevue: Zwei mühsame Monate bis zum Ausgang


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Schloss Bellevue: Zwei mühsame Monate bis zum Ausgang

Privatkredit, kostenlose Urlaube bei befreundeten Reichen, Drohanrufe bei der Presse – all das löste wochenlang bei den Deutschen Stirnrunzeln aus.

Aber erst im Januar senkte ein Viertel seiner Unterstützer im Deutschlandtrend den Daumen nach unten. Plötzlich waren 54 Prozent der Befragten der Meinung “Sollte zurücktreten,” sagte plötzlich mehr als die Hälfte der Befragten. Und nur noch 16 Prozent der Deutschen hielten Bundespräsident Wulff für ehrlich.

Eine Passantin vor dem Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten in Berlin:

“Ich muss sagen, ich habe ihn sehr geschätzt und bin nur sehr erstaunt, was da so langsam alles herauskommt – was mediengemacht ist, was jetzt alles echt ist – also ich als Normalbürger habe da nicht den Überblick. Aber ich glaube, es ist jetzt ok, es blieb auch gar nichts anderes übrig.”

Ein Passant: “Das war überfällig, das war überfällig seit drei Monaten, und wir sind froh, dass es jetzt passiert ist.”

“Na ja, wer so viele Sachen unehrlich beantwortet, das kann einfach nicht sein für ein deutsches Staatsoberhaupt…,” so eine weitere, “und wenn man sich dann zur Witznummer ist allen Karikatursendung macht, das steht einem Staatsoberhaupt nicht zu.”

“Denken Sie, dass die Sache auch Konsequenzen hat für das Image der Bundeskanzlerin?” Fragt
Wolfgang Spindler, euronews.

Spontane Antwort eines Mannes:

“Glaube ich nicht, nein, Frau Merkel ist da so hart im Nehmen, die wird das aussitzen. Das wird der nichts anhaben können… kann ich mir nicht vorstellen.”

Bereits am 17. Dezember letzten Jahres hatte das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” getitelt: “Der falsche Präsident”. Zwei Monate dauerte es noch, dann schrieb die “Bild”-Zeitung “Rücktritt, Herr Präsident!”

Wolfgang Spindler, euronews:

“Der deutsche Bundespräsident kann seine Umzugskartons packen. Mit seinem Rücktritt hat Christian Wulff endlich die Konsequenzen gezogen. Bleibt die Frage, ob die Affäre auch einen negativen Einfluss haben kann auf das Image der Kanzlerin Angela Merkel.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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