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Mehrheit der Letten gegen russische Sprache

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Mehrheit der Letten gegen russische Sprache

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In Lettland ist ein Volksbegehren für Russisch als zweite Amtssprache voraussichtlich gescheitert. Nach Auszählung der Stimmen von etwa zwei Dritteln der Wahllokale sprachen sich knapp achtzig Prozent der Stimmberechtigten dagegen aus. Mit einem negativen Ausgang war gerechnet worden. Viele Letten fürchten etwa zwanzig Jahre nach der Abspaltung von der früheren Sowjetunion grössere Einflussnahme vom Kreml.
Fast 800.000 Menschen hätten sich für Russisch als zweite Amtssprache aussprechen müssen – die Hälfte der Stimmberechtigten. Doch die russische Gemeinde bildet nur ein Drittel der Einwohner. Hinzu kommen etwa dreihundert Tausend weitere Russen, die nicht die lettische Staatsbürgerschaft besitzen und somit gar nicht zur Abstimmung zugelassen worden waren. Ein Referendum, das die Kluft im Land widerspiegelt: Die russische Minderheit sieht sich und ihre Sprache diskriminiert.