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Griechenland ist gerettet - vorerst...

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Griechenland ist gerettet - vorerst...

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Wieder einmal können die Griechen aufatmen: Das neue Hilfspaket soll das Land in letzter Minute vor dem Staatsbankrott retten. Aber Euphorie will dennoch nicht recht aufkommen – denn tatsächlich schwindet in Europa der Glaube an einen nachhaltigen Erfolg der bisherigen Rettungsstrategie. Schließlich ist es bereits das zweite milliardenschwere Finanzpaket für Athen. Zwar will Griechenland mit Anleihenverkäufen wieder Geld in die Kassen spülen, aber die Zinsen bewegen sich in schwindelerregender Höhe – bei fast 26 Prozent lagen sie im Januar. “Ich denke, dies ist Griechenlands letzte Chance”, meint Dimitris Katsikas von der Universität Athen, “denn nach den letzten Wochen und den Verhandlungen in Europa ist es offensichtlich, dass die Geduld der europäischen Partner am Ende ist. Ich denke nicht, dass man uns weiteres Geld leihen wird. Dieses ist das letzte Hilfspaket und Griechenland muss alles tun, um die Chance zu nützen. Es wird keine weitere Hilfe mehr geben.”

Im Gegenzug für die Finanzhilfe muss der griechische Finanzminister einen Teil seiner Budgethoheit abgeben und mehr Kontrollen akzeptieren. Dabei ist die Lage des Landes in Wirklichkeit wohl noch schlimmer als angenommen: Laut einem vertraulichen Bericht der EU-Troika wird der Schuldenberg bis zum Jahr 2020 von derzeit 160 nur auf 129 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken – und damit läge er immer noch deutlich über den geforderten 120 Prozent.