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Jemen wählt einen neuen Staatspräsidenten

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Jemen wählt einen neuen Staatspräsidenten

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Nach Jahrzehnten bekommt Jemen einen neuen Staatspräsidenten: Zur Wahl steht heute aber nur ein Bewerber, und das ist der bisherige Vizepräsident.

Abed Rabbo Mansur Hadi wird somit den Langzeitmachthaber Ali Abdullah Salih ablösen. Zwei Jahre soll er im Amt bleiben, danach wird erneut gewählt. In diesen zwei Jahren wird eine Regierung das Land führen, an der auch die Opposition beteiligt ist. Eine Verfassungsreform soll
den Weg für weitere Schritte ebnen.

Begeistert ist daher Tawakul Karman, trotz der fehlenden Auswahl. Sie bekam wegen ihrer Rolle bei
den Protesten den Friedensnobelpreis. Von einem Tag des Glücks und des Sieges spricht sie jetzt bei der Stimmabgabe. Nun errichte man das neue, demokratische und glückliche Jemen, sagt sie, von dem alle jungen Leute und alle Frauen geträumt hätten.

Salih war über dreißig Jahre an der Macht. Versuche,
ihn angesichts der zunehmenden Proteste abzulösen, hintertrieb er zuvor mehrfach in letzter Minute. Inzwischen hält er sich zu ärztlicher Behandlung in den USA auf, nach einem schweren Anschlag auf ihn letztes Jahr.

Zu den Bedingungen für Salihs Rückzug zählt, dass er sich für mögliche Verbrechen während seiner
Herrschaft nicht rechtfertigen muss und straffrei ausgeht. Besonders das ist bei seinen Gegnern umstritten.

Außerdem haben Separatisten in Südjemen zum Boykott der Wahl aufgerufen. Noch gestern verübten
Gegner der Abstimmung Anschläge auf mehrere Wahllokale. Auch heute gab es bereits einen Anschlag, bei dem nach Militärangaben ein Soldat getötet wurde.