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Milliardenhilfen für Griechenland stehen

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Milliardenhilfen für Griechenland stehen

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Die Euroländer haben sich auf die neuen Milliardenhilfen für Griechenland geeinigt. Das ist das Ergebnis eines Treffens der Finanzminister, das erst früh am Morgen endete. 130 Milliarden Euro können damit nun zur Unterstützung Griechenlands fließen.

In letzter Zeit – und auch diese Nacht wieder – habe
er gelernt, dass das Wort Marathon wirklich aus dem Griechischen komme, versucht EU-Währungskommissar Olli Rehn nach dem Treffen zu witzeln.

In den Verhandlungen gelang es, das Schuldenziel für Griechenland bis 2020 wieder zu drücken. Dieses
Ziel sollte bei 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen, schien aber zuletzt schon wieder unerreichbar.

Man sei jetzt wieder bei 120,5 Prozent, hält Christine Lagarde fest, die Chefin des Weltwährungsfonds. Man habe also über Nacht große Fortschritte gemacht, und Griechenland sei nun in einer besseren Ausgangslage, um sein ehrgeiziges Programm umzusetzen.

Man sei mit dem Ausgang sehr glücklich, sowohl was das Hilfspaket angehe als auch den Schuldenschnitt für die privaten Gläubiger, sagt der griechische Regierungschef Lukas Papademos.

Private Gläubiger wie Banken verzichten noch einmal
auf etwas mehr als geplant. Sie akzeptieren nun
einen Abschlag von bis zu 53,5 Prozent auf den Wert ihrer ausstehenden griechischen Staatsanleihen. Ursprünglich waren 50 Prozent zugesagt. Damit werden Griechenland nun mehr als einhundert Milliarden Euro seiner Schulden erlassen.

Offen ist noch der konkrete Beitrag des Weltwährungsfonds zu dem Hilfspaket. Lagarde sagte, Voraussetzung für einen “bedeutenden” Beitrag seien “zusätzliche Maßnahmen wie zum Beispiel die korrekte Schaffung eines ordentlichen Schutzwalls”. Damit wiederholte sie ihre Forderung, dass der Euro-Krisenfonds aufgestockt werden müsse.

Im derzeitigen Rettungsfonds EFSF sind von 440 noch 250 Milliarden Euro übrig. Er wird im Sommer vom ESM abgelöst, der 500 Milliarden Euro
umfasst. Die Staats- und Regierungschefs wollen beim EU-Gipfel nächste Woche über eine Aufstockung beraten.

Am ersten Hilfspaket für Athen hatte sich der IWF zu etwa einem Drittel beteiligt. Lagarde stellte eine
Entscheidung des IWF für März in Aussicht.

Mit dem Hilfsprogramm und dem Schuldenverzicht wird Griechenland erneut in letzter Minute vor der Pleite bewahrt. Schon 2010 hatte Athen von den Euro-Ländern und dem Weltwährungsfonds Notkredite von 110 Milliarden Euro erhalten.