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Sergeij Mironov, "Gerechtes Russland" , "справедли́вая Росси́я"

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Sergeij Mironov, "Gerechtes Russland" , "справедли́вая Росси́я"

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Ein Herr in Anzug und Krawatte lässt sich durch Werkhallen führen. Die Szene erinnert sehr an die Betriebsbesuche der kommunistischen Spitzenfunktionäre zu Sowjetzeiten. Und das soll sie wohl auch. Denn der Kandidat für die Präsidentenwahl möchte im linken Lager Stimmen gewinnen, in Konkurrenz zu den Kommunisten.

Sergeij Mirinow von der Partei “Gerechtes Russland” tritt nach 2004 nun zum zweiten Mal bei Präsidentenwahlen an. Als Zählkandidat gewissermaßen, denn seine Chancen bewegen sich gegen Null.

Seine Partei, die sich selbst “sozialdemokratisch” nennt, ist eine Kreml-Konstrukt. 2002 unter dem Namen “роcсия жизн”, “Russisches Leben” gegründet, um die Wähler links von der Putin-Partei anzusprechen. Ihr Vorsitzender Mironov war vorher unter Putin Vorsitzender des Föderationsrates, der zweiten Parlamentskammer. 2004 bekam er ganze 0,75 Prozent der Stimmen.

Daraufhin wurde die Partei 2006 mit der Rentnerpartei und einer weiteren kreml-nahen Gruppierung zusammengelegt.

Neuer Name: “справедли́вая Росси́я” – “Gerechtes Russland”.

Die kam dann bei den Parlamentswahlen 2007 auf 7,75 % – schaffte also knapp die Sieben-Prozent-Hürde und zog mit 38 Abgeordneten in die Duma ein. Bei der nächsten Präsidentenwahl 2008 rief Mironov seine Anhänger auf, für Dimitri Medwedew zu stimmen. Im Vorfeld der nächsten Parlamentswahl kam es dann 2010 zu Absprachen zwischen der Mironov-Partei und der Putin-Partei. Man versprach, sich gegenseitig möglichst wenig ins Gehege zu kommen. Für Mirinovs “Gerechtes Russland zahlte sich dieser Pakt aus. Bei der Duma-Wahl 2011 konnte die Partei “Gerechtes Russland” als dritt-stärkste Partei mit gut 13 % der Stimmen ihre Position im Parlament verbessern.