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"Hört bitte auf, das griechische Volk zu demütigen"

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"Hört bitte auf, das griechische Volk zu demütigen"

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Die Einigung sei ein “historisches Ereignis” sagte Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos nach den Verhandlungen in Brüssel.

Er hatte harte Brocken im Gepäck: Kaum in Athen angekommen, legte die Regierung dem Parlament einen Gesetzentwurf vor, mit Schnitten bei den Renten, dem Mindestlohn und den Gesundheitsausgaben – Teil der Sparzusagen.

Die Kontrolleure bleiben, ein Teil der Budgethoheit ist erst einmal weg.

Finanzminister Evangelos Venizelos:

“Jetzt müssen wir unser Haus wieder aufbauen, damit Griechenland und die Griechen sich wieder fangen können, aber das heißt arbeiten, arbeiten, arbeiten.”

Die Börsen reagierten skeptisch: Nach kurzem Anlauf wurden “Gewinne mitgenommen” – die Anleger verkauften, weil sie dem Frieden nicht trauen.

In der Nacht zum Dienstag hatten sich die Euro-Länder auf 130 Milliarden Euro an neuen Hilfen für Griechenland verständigt. Damit soll erreicht werden, dass die Schuldenquote bis 2020 um ein Viertel sinkt, von derzeit mehr als 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf gut 120 Prozent.

Griechenland müsse überwacht werden, hatte die deutsche Bundeskanzlerin vor der Einigung verkündet.

Aber jetzt reicht es mit der Abschreckung, findet der griechische Regisseur Constantin Costa Gavras:

“Dies ist keine Botschaft. Es ist eine Bitte. Hört auf, die das griechische Volk zu demütigen. Es leidet sehr, vor allem die Ärmsten. Das war’s.” Frankreich könne da viel tun, sagte er im französischen Parlament.

Und was meint der berühmteste Kinogrieche, der katastrophenerprobte Alexis Sorbas im Film zum kopfgesteuerten Nordeuropäer?

Wird schon. Einen Beruf brauche er nicht.

„Ich habe einen Kopf zum Denken, und Hände, die tun die Arbeit!“

mit AP, Reuters, dpa

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