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Senegal: Proteste gehen weiter - N'Dour verletzt

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Senegal: Proteste gehen weiter - N'Dour verletzt

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Kurz vor der umstrittenen senegalesischen Präsidentschaftswahl am Sonntag gehen die Proteste der Opposition weiter. In Dakar lieferten sich Gegner von Präsident Abdulaye Wade Straßenschlachten mit der Polizei, die setzte Tränengas ein. Sechs Menschen kamen bislang bei den Protesten ums Leben.

Eine Demonstrantin sagte: “Ich richte mich an die Polizei: Wir sind ihre Brüder, wir sind ihre Mütter und Schwestern. Die Polizei hat nicht das Recht, auf uns zu schießen. Das senegalesische Volk ist unabhängig. Wade muss es uns ermöglichen, freie und transparente Wahlen zu organisieren, damit auch er einen würdigen Abgang hat. Das is das einzige, was man ihm wünscht.”

Sein angekratztes Image hat sich Präsident Wade mit seiner dritten Kandidatur nach Ansicht der Gegner selbst zuzuschreiben. Laut der Verfassung ist nach zwei Amtszeiten Schluss. Wade aber hatte erfolgreich dagegen geklagt.

Sein ehedem aussichtsreichster Gegner, der Sänger Youssou N’Dour, wurde vom Verfassungsgericht dagegen nicht zur Wahl zugelassen. Bei den jüngsten Protesten erlitt N’Dour Presseberichten zufolge eine Verletzung am Bein.

Euronews-Korrespondent François Chignac: “Angesichts der Spannungen und der Gewalt in den vergangenen Tagen und Wochen ist jetzt zunächst entscheidend, ob die Wahl am Sonntag auf annehmbare Weise ablaufen wird. Die Opposition warnte, dass sich die Positionen im Falle eines Wahlsiegs von Wade radikalisieren würden und das Land im Chaos versinken werde.”