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Obama entschuldigt sich persönlich für Koran-Verbrennung

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Obama entschuldigt sich persönlich für Koran-Verbrennung

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Den dritten Tag in Folge ist auf Kabuls Straßen der Teufel los: In der afghanischen Hauptstadt und anderen Orten protestieren die Menschen weiterhin lauthals gegen die versehentliche Koran-Verbrennung durch US-Soldaten. Inzwischen entschuldigte sich sogar US-Präsident Obama persönlich: Er ließ seinen Botschafter ein Entschuldigungsschreiben an Präsident Hamid Karsai übergeben. Zuvor hatten schon das US-Verteidigungsministerium und die ISAF sich entschuldigt – bei den Afghanen hatte dies keine Wirkung.

Bei den Protesten kamen auch an diesem Donnerstag erneut mehrere Demonstranten ums Leben, insgesamt starben bereits knapp ein Dutzend in den drei Tagen.

Derweil erschoss ein afghanischer Soldat zwei ISAF-Soldaten. Es war nicht klar, ob er dem Aufruf der Taliban folgte. Diese hatten die afghanische Bevölkerung aufgerufen, zur Vergeltung ausländische Soldaten zu töten und Militärstützpunkte anzugreifen.

Die ISAF untersuchte zusammen mit Vertretern der afghanischen Regierung die Umstände der Koranverbrennung. Die Schriften waren versehentlich in einer Verbrennungsanlage am Militärstützpunkt Bagram entsorgt worden – für Muslime eine Todsünde. Präsident Karsai machte die Ignoranz und Inkompetenz eines amerikanischen Offiziers dafür verantwortlich.