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Korane im Feuer: Wasser auf die Mühlen der Taliban

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Korane im Feuer: Wasser auf die Mühlen der Taliban

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In Afghanistan hält die Empörung der Gläubigen an. Nach dem Freitagsgebet protestierten überall im Land Demonstranten gegen die gedankenlose Entsorgung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram. Unter anderem zog eine aufgebrachte Menge in Richtung des Präsidentenpalastes in Kabul. Hunderte
Polizisten und Soldaten hielten sie in Schach.

Entschuldigungen des ISAF-Kommandanten John Allen, des US-Verteidigungsministers Leon Panetta und schließlich von US-Präsident Barack Obama hat der prominente iranische Geistliche Ahmad Khatami zurückgewiesen.

Vor vier Tagen waren nach Aussagen afghanischer Augenzeugen US-Soldaten mit einem Lastwagen voller Papier an der Müllverbrennungsanlage von Bagram vorgefahren. Sie hätten trotz ihrer Proteste begonnen, religiöse Schriften in einen Ofen zu werfen – für Muslime Blasphemie.

Im ganzen Land sind bei Protesten mindestens 18 Menschen umgekommen, unter ihnen zwei US-Soldaten.

Wegen der gewaltsamen Proteste in Afghanistan hat sich die Bundeswehr vorzeitig aus ihrem Stützpunkt Talokan zurückgezogen. Das Lager sollte im März geräumt werden.

Radikalislamische Taliban forderten afghanische Sicherheitskräfte auf, ihre Waffen gegen die ISAF-Kräfte zu richten.

mit Reuters, dpa, AFP