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Nach tödlichen Übergriffen - ISAF zieht Personal aus afghanischen Ministerien ab

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Nach tödlichen Übergriffen - ISAF zieht Personal aus afghanischen Ministerien ab

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In der nordafghanischen Stadt Kundus – sie liegt im Verantwortungsbereich der Bundeswehr – haben Tausende Demonstranten einen Gebäudekomplex der Vereinten Nationen angegriffen. Bei den gewaltsamen Protesten wurden drei Menschen getötet und 47 verletzt.

Augenzeugen zufolge warfen Demonstranten Steine auf die Polizisten, die dann in die Luft und schließlich in die Menge schossen.

Seit Dienstag gärt es in Afghanistan. US-Soldaten hatten in Bagram Koranexemplare verbrannt – selbst eine Entschuldigung von US-Präsident Barack Obama glättete die Wogen nicht.

Nach ersten Ermittlungen waren die Korane Gefangenen in Bagram abgenommen worden. Sie hätten darin Kassiber transportiert, hieß es in Washington.

Bei den Ausschreitungen in mindestens sieben Provinzen wurden mehr als zwei Dutzend Menschen getötet, darunter auch ISAF-Soldaten und jüngst zwei US-Militärberater im Innenministerium in Kabul. Danach gab der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan John Allen die Anweisung: “Alles ISAF-Personal aus afghanischen Ministerien abziehen.”

Am Freitag hatte die Bundeswehr wegen der fremdenfeindlichen Stimmung einen Außenposten in Talokan vorzeitig geräumt.

mit Reuters, AFP, dpa, AP