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Portrait: Gennadi Sjuganow

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Portrait: Gennadi Sjuganow

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Besuch beim großen Vorbild:Der 67-jährige Kommunistenführer Gennadi Sjuganow legt im Lenin-Mausoleum Blumen nieder.

Schon zum vierten Mal bewirbt der Mathematikprofessor sich um das höchste Staatsamt. Ob er diesmal eine größere Chance hat, ist eher fraglich.

Bei den Parlamentswahlen am 4. Dezember hatte seine Partei recht erfolgreich abgeschnitten,- wurde sie doch zweite hinter Putins “Vereinigtem Russland”. 19 Prozent erhielten die Kommunisten,- 10 Prozent mehr als bei den Wahlen zuvor.

Das aber hielt Sjuganow nicht davon ab, lautstark den Wahlbetrug des Tandems Putin-Medwedew anzuprangern. Schon bald wurde er zu DER Symbolfigur des Protestes gegen die Wahlmanipulationen.

Die Kommunisten als eine der wenigen echten Oppositionsparteien sprechen laut Umfragen auch neue Wähler an,- junge Wähler, die die Sowjetunion nie erlebt haben.

Vergangenheit mit kommunistischem Parteibuch in der Sowjetunion spielt im heutigen Russland überhaupt keine Rolle mehr. Putin macht es vor.

Nach dem Putsch von 1991 schien seine politische Karriere am Ende. Im Umfeld der Falken seiner Partei übte er früh scharfe Kritik sowohl an Jelzin wie auch an Gorbatschows Perestroika. Doch Sjuganow profitierte von der Renationalisierung der Länder der früheren Sowjetunion.

Bei den Parlamentswahlen 1995 werden seine neugegründeten nun rein russischen Kommunisten
stärkste politische Kraft in der Duma. Ein Jahr später erhält Sjuganow als Konkurrent Jelzins sogar 40 Prozent der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen.

Jetzt, 12 Jahre später, ist der zweifache Vater und achtfache Großvater erneut angetreten, unter veränderten schwierigen Verhältnissen.

Seine Rezepte bleiben die gleichen wie gehabt:

Es ist die speziell russische Art, wie Kommunisten im real existierenden Kapitalismus agieren.