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Sterben und wählen in Syrien

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Sterben und wählen in Syrien

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Amateuraufnahmen aus der syrischen Stadt Homs: In den Straßen liegen Müllbeutel, niemand holt sie ab, die Menschen verbunkern sich in den Häusern, wenn sie nicht vor den heftigen Kämpfen geflohen sind. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad setzen ihren Angriff auf die Rebellenhochburg weiter fort. Hilfskräfte können keine Verwundeten oder Toten bergen.

So bleiben auch der britische Fotograf Paul Conroy und die französische Journalistin Edith Bouvier weiter eingeschlossen. Die beiden waren vergangenen Mittwoch bei einem Bombardement verletzt worden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigte Hilfe an.

Während weiter Menschen in Homs und anderen Städten sterben, läuft landesweit das Referendum zur Verfassungsänderung, mit der Präsident Assad seine Gegner beruhigen will. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich.

Anstatt abzustimmen, machen sich Oppositionelle über den Urnengang lustig, etwa auf verschiedenen Videos. Einige zum Beispiel warfen Wahlzettel in eine Kiste, auf denen sie die Regierung und den Präsidenten beleidigten. Von den gut 15 Millionen Wahlberechtigten haben laut Medienberichten im Grunde nur Bürger in Damaskus wirklich an der Abstimmung teilgenommen.

Der Präsident selbst zeigte sich zum Auftakt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem Wahlbüro in Damaskus, wo er seine Stimme abgab.

Die neue Verfassung soll mehr Parteien zulassen und die Amtszeiten den Präsidenten beschränken. Für die Gegner geht das aber nicht nur nicht weit genug, sie bezweifeln auch, dass Assad sich überhaupt daran halten würde.