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Trotz Geldzusage: Weitere Herabstufung für Griechenland

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Trotz Geldzusage: Weitere Herabstufung für Griechenland

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Die Rating-Agentur Standard & Poors hat Griechenlands Kreditwürdigkeit erneut herabgestuft – da half auch das Votum im deutschen Bundestag für das zweite Hilfspaket nichts. Standard & Poors senkte die schon mangelhafte Wertung “CC” auf “Selective Default”, teilweisen Zahlungsausfall. Grund ist, dass Griechenland die Anleger notfalls per Gesetz zum Schuldenschnitt zwingen will.

Der Bundestag in Berlin hatte zuvor mit deutlicher Mehrheit das zweite Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro gebilligt. Jedoch stimmten auch Parlamentarier aus den Reihen der Koalition gegen das Paket – und ihre Zahl wächst. Für die Kanzlermehrheit reichte es nicht. Kritik kam nicht nur von der Opposition:

Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen: “Ich weiß sehr genau, dass das noch lange nicht die ganzen Hausaufgaben sind. Wir dürfen nicht weiter so zögern, weil Merkels Zögern die Krise immer noch größer und teurer macht.”

Der FDP-Politiker Frank Schäffler, erklärter Gegner der Hilfen, fordert: “Man braucht jetzt drei Dinge: Griechenland muss aus der Euro-Zone raus. Das muss verbunden werden mit einem harten Schuldenschnitt. Da sollten wir auch die Mittel einsetzen, die wir jetzt haben. Und gleichzeitig muss man sich anschließend natürlich über den Verwaltungsaufbau und so weiter unterhalten”.

Schon vor der Abstimmung hatte mit Innenminister Friedrich erstmals ein Regierungsmitglied öffentlich Griechenlands Austritt aus der Eurozone angeraten.

Die Kanzlerin räumte im Parlament ein, dass es keine Erfolgsgarantie für das Hilfspaket gebe. Ihre Blazerfarbe konnte man in diesem Fall symbolisch verstehen: Lila, der letzte Versuch.