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Wladimir Putin - der Mann an Russlands Spitze

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Wladimir Putin - der Mann an Russlands Spitze

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Seit langem ist er faktisch der Mann an Russlands Spitze – in welcher Funktion auch immer. Letzten Herbst kündigt Wladimir Putin an, er wolle wieder Staatspräsident werden – so wie er es schon zweimal war.
 
Die Verfassung verbietet ihm damals, gleich wieder zur Wahl anzutreten: Nach einer Pause ist ihm das jetzt aber erneut möglich.
 
Während dieser Pause ist er Regierungschef, so wie es 1999 für ihn auch schon begann. Schon ein Jahr später ist er zum ersten Mal Russlands Staatsoberhaupt.
 
Er rechnet mit Menschen ab, die unter seinem Vorgänger Boris Jelzin unverschämt reich geworden sind. Manche gehen ins Ausland, an Michail Chodorkowski aber wird ein Exempel statuiert. Seine Erdölfirma Yukos wird zerschlagen, Chodorkowski ist seit Jahren im Gefangenenlager.
 
Putin wird 2004 wiedergewählt. Viele Russen rechnen ihm hoch an, dass Russland allmählich die Chaosjahre der Jelzinzeit überwindet.
 
Putin ist aber auch der Mann, der den zweiten Krieg gegen das aufsässige Tschetschenien führt. Die Aufständischen dort rächen sich, wie mit den Geiselnahmen von Beslan oder in einem Moskauer Musicaltheater.
 
In der jetzigen Lage sei Putin der einzige, der für Russlands Entwicklung klare Antworten geben könne, sagt aber Nikita Michalkow, der bekannte Filmregisseur und schon lange ein glühender Anhänger Putins. Putin kenne sich im Land aus, und auch für die Welt sei es gut, dass sie Putin schon kenne.
 
Bei den Wählern schadet es Putin natürlich auch nicht, dass er sich in den Medien als Supermann inszenieren lässt: ob mit Cowboyhut zu Pferde, beim Skifahren oder mit freiem Oberkörper beim Angeln.
 
Trotzdem hält er sich an die Verfassung und muss damit 2008 als Präsident aufhören. Er tauscht aber nur den Posten mit Dmitri Medwedjew, bis dahin
Regierungschef. Jetzt, vier Jahre später, macht Medwedjew den Platz eben einfach wieder frei für Putin.
 
Der Kreml stelle es so dar, als würden wir jetzt den wahren Putin sehen, meint der Fernsehmoderator Wladimir Posner. Demnach sei Putin anders als früher: Dank seiner habe sich die Lage geändert, und nun könne auch er selber der sein, der er eigentlich sein wolle. Aber das sei eher so etwas wie ein Märchen.
 
Zum ersten Mal sieht sich Putin jetzt auch breitem Widerstand gegenüber. Die Großkundgebungen der letzten Zeit gegen ihn wären noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen – spannende Zeiten auch
an Russlands Spitze.