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Iran: Wahl zwischen "zwei Seiten einer Medaille"

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Iran: Wahl zwischen "zwei Seiten einer Medaille"

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Drei Jahre nach der umstrittenen Wiederwahl des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wählen die Iraner heute ein neues Parlament.

Mehr als 3400 Kandidaten bewerben sich, 1200 hat der mächtige Wächterrat nach iranischen Medienberichten abgelehnt.

Um die knapp 300 Sitze bewerben sich vor allem die Anhänger von Präsident Ahmadinedschad und die klassischen Konservativen um das geistliche Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei:

“Heutzutage gibt es viele Bedrohungen gegen das iranische Volk, man hört sie überall. Die arroganten Mächte haben in verschiedenen Bereichen keinen Erfolg gehabt, sie hören nicht auf mit ihrem Lärm.”

Kritiker bemängeln, dass die Konkurrenz vor allem innerhalb einer politischen Fraktion stattfindet. Reformer, Liberale oder traditionelle Linke stünden nicht zur Wahl, sondern “zwei Seiten einer Medaille” – so Dr Hassan Hashemiyan, Sozialwissenschaftler in Teheran.

Die Zugelassenen hoffen auf eine hohe Beteiligung der mehr als 48 Millionen Wahlbürger. In sozialen Netzwerken rufen vor allem jüngere Iraner zum Boykott auf.

Die Aussichten der Reformer um den ehemaligen Präsidenten Mohammed Chatami sind gering. Ihre Führer stehen unter Hausarrest.

Die Wahl gilt auch als Popularitätstest für Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Ihm werfen Oppositionelle massive Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl 2009 vor.

mit AP, dpa