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Russische Opposition: Schon wieder Wahlbetrug

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Russische Opposition: Schon wieder Wahlbetrug

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Euronews-Reporter Alexander Schaschkow ist im Wahllokal Nummer 16 in Moskau und gibt seine Stimme ab. Im ganzen Land, sagt er, gibt es 96.000 Wahllokale. Im Wahllokal mit der Nummer 16 scheint alles glatt zu gehen, doch beklagt die Oppositionspartei Jabloko bereits jetzt auf ihrer Webseite Wahlbetrug. So würden manche Bürger in unterschiedlichen Wahllokalen ihre Stimme (für Putin natürlich) doppelt und dreifach abgeben.

Jabloko-Parteichef Grigori Jawlinski war nicht zur Präsidentenwahl zugelassen worden war, weil es Unregelmäßigkeiten bei den nötigen Unterschriften gegeben habe.

In Wladiwostock, so berichtet Jabloko weiter, seien Wähler sehr überrascht gewesen, als sie im Wahllokal auftauchten und sahen, dass sie bereits gewählt hatten. Auch die Kommunistische Partei gibt an, Beobachter seien Zeugen von Wahlbetrug geworden. So sei gesehen worden, wie ein Mann in einem Wahllokal in der Region Kirow ein ganzes Bündel Wahlzettel in die Urne gestopft habe. Die Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) Golos spricht auf ihrer Internetseite von Hunderten von Fällen von Wahlbetrug.

Takir Nurmiew, Leiter des Wahlbüros 16, ist zufrieden. Er sagt dem Euronews-Reporter, diesmal sei alles anders, überall seien Kameras installiert. Die ganze Welt könne im Internet zuschauen, außerdem seien sogar die Urnen aus quasi durchsichtigem Material, damit niemand mehr als einen Wahlzettel einwerfen könne.

Wahlbeobachter Swjatoslaw Pawlow ist anderer Meinung. Es habe zwar keine massiven Verstöße in diesem Wahllokal in Moskau gegeben, erklärt er, aber die Übertragung mit den Kameras ins Internet klappe auf Grund technischer Probleme gar nicht und die meisten Menschen hätten keinen Zugang zu den Bildern.