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Russland: Betrugsvorwürfe überschatten Präsidentschaftswahl

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Russland: Betrugsvorwürfe überschatten Präsidentschaftswahl

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Überschattet von Betrugsvorwürfen hat Russland einen neuen Präsidenten gewählt. 109 Millionen Menschen waren aufgerufen, einen Nachfolger für Dimitrij Medwedew zu bestimmen, und alles sieht so aus, als habe Favorit Wladimir Putin wie erwartet den Urnengang für sich entschieden.
 
Während die Wahlbeteiligung laut der Wahlkommission deutlich höher ist als bei der letzten Präsidentschaftswahl, so wurden Betrugsvorwürfe laut. Noch bevor die Wahllokale schlossen, beklagten die unabhängige Wahlbeobachterorganisation Golos, die Oppositionspartei Jabloko und die neue Liga der Wähler ähnlich viele Unregelmäßigkeiten wie bei der umstrittenen Parlamentswahl im Dezember 2011. Über 2000 Wahlverstöße wollen unabhängige Beobachter gezählt haben.
 
Dabei geht es unter anderem um Mehrfachstimmabgaben sowie manipulierte Wahlzettel. Außerdem monierten die Beobachter auch das System der Videoüberwachung in den Wahllokalen. Was Wahlleiter Wladimir Tschurow als Weltneuheit preist, die Möglichkeit für Millionen Russen nämlich, die Wahlen per Webcam live im Internet zu verfolgen, ist für viele Kritiker einfach nur die “größte Reality-Show aller Zeiten.”
 

Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück. Abgesehen von kleineren, unbedeutenden Manipulationsversuchen verlaufe die Abstimmung reibungslos, hieß es.
 
Nach den Massenprotesten gegen den damaligen Sieg von Putins Partei “Geeintes Russland” ist die Zahl der Wahlbeobachter nun so hoch wie nie zuvor. Und auch die Sicherheitsvorkehrungen sind auf Rekordniveau.