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Putin bietet Zusammenarbeit an - Sjuganow bockt

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Putin bietet Zusammenarbeit an - Sjuganow bockt

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Der neugewählte russische Staatspräsident Wladimir Putin hat seinen unterlegenen Konkurrenten eine Zusammenarbeit angeboten. Bei einem Treffen mit drei seiner Rivalen kündigte er an „die Wand zwischen den Bürgern und den Machtstrukturen“ abzubauen.

Der Milliardär Michail Prochorow gilt als Mann der Zukunft. Er landete noch vor dem Ultranationalisten Wladimir Schirinowski auf dem dritten Platz. Nach diesem überraschend guten Abschneiden will er eine neue Partei gründen. “Wenn die Regierung eine Filiale des Kremls ist, dann will ich nicht für die Regierung arbeiten. Ich habe jetzt eine andere Aufgabe: wir müssen eine neue Partei gründen”, sagte Prochorow

Besonders gut schnitt Prochorow in den Großstädten Moskau, Sankt Petersburg und Jekaterinburg ab. Für die Politikwissenschaftlerin Maria Lipmann ein Hoffnungsschimmer: “Sein Abschneiden in Moskau, wo er in fast allen Wahllokalen an zweiter Stelle lag, manchmal Kopf an Kopf mit Wladimir Putin 37 zu 32 oder 33, zeigen, dass ein moderner, fortschrittlicher Teil der Gesellschaft es für möglich hält, Prochorow zu unterstützen, obwohl er für sie, wie sie sagen, ein Projekt des Kremls ist”, findet Maria Lipmann vom Moskauer Büro der Carnegie Stiftung.

Der zweitplatzierte, KP-Chef Gennadi Sjuganow, der zum Treffen im Kreml nicht erschien, weigert sich, Putins Sieg anzuerkennen. “Ich glaube wir dürfen Putin, seinem Team, dem Land nicht gratulieren, denn mit solchen Wahlen haben alle verloren. Die erzwungenen Ergebnisse und erzwungenen Kundgebugen haben die Bürger Russlands gedemütigt”, klagte Sjuganow.

Trotz seines zweiten Platzes ist er aber ist ein Mann der Vergangenheit. Nur 17,2 % der Stimmen konnte er erringen, in den 90er-Jahren waren es noch mehr als 30 %