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vor dem "Super Tuesday" der Republikaner

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vor dem "Super Tuesday" der Republikaner

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Vier Bewerber sind noch im Rennen beim Super Tuesday der Republikaner. Mitt Romney – mit leichtem Vorsprung. Als zweiter Rick Santorum, der Erz-Konservative. Dann der alte Kämpe Newt Gingrich. Und zuletzt der radikalliberale Polit-Veteran Ron Paul.
Nach seinen Siegen in Michigan, Arizona und zuletzt auch im Bundesstaat Washington hat Mitt Romney Rückenwind bekommen. “Favorit der Vernunft” nennen ihn einige Medien. Nur ist dieser Wahlkampf leider meilenweit von jeder Vernunft entfernt. Und auch Romney macht Fehler, indem er z.B. immer wieder von seinem Reichtum spricht.
Damit verprellt er brave Konservative.
“Super Tuesday” – das heisst, Vorwahlen in zehn Bundesstaaten gleichzeitig. An diesem Tag werden insgesamt 437 Delegierte zum Wahlparteitag im August bestimmt. Vor dem Super Tuesday liegt Mitt Romney mit 203 Delegierten scheinbar sicher in Front. 1144 Delegiertenstimmen wird im August in Tampa/Florida brachen, wer zum Kandidaten gekürt werden will. Das wären dann 50 % plus eine Stimme der insgesamt 2286 Delegierten.
An zweiter Stelle liegt derzeit der ultra-konservative Hardliner Rick Santorum. Als Außenseiter gestartet konnte er sich zum Favoriten der Konservativen in der Partei aufschwingen. Politikwissenschaftler rechnen 30 bis 50 % der der aktiven Vorwähler zu dieser stark religiös ausgerichteten Gruppe.
Newt Gingrich hat seine besten Zeiten eigentlich längst hinter sich – als Parlamentspräsident in den 90er Jahren. In seinem Wahlkampf ging es bisher auf und ab, als konservative Alternative zu Romney sehen die Vertreter diese Linie eher Santorum.
Bleibt noch Ron Paul, mit 77 der älteste unter den Bewerbern. Er will den Staat weitgehend aus dem Leben der Bürger heraushalten, Steuern und Sozialleistungen auf ein Minimum senken.
Charakteristisch für diesen Vorwahlkampf ist – er gleicht weitgehend einer Schlammschlacht. Die Bewerber beschädigen sich dabei gegenseitig so sehr, dass sich nur noch der politische Gegner im Weißen Haus freuen kann.

Dazu fragen wir nach der Meinung von Cokie Roberts, der erfahrenen Politik-Kommentatoren des US-Senders ABC.
euronews
Nach der Polit-Schlacht bei den ersten Vorwahlen – was haben die letzten zwei Monate gezeigt über Republikaner und Unentschlossenheit?

Cockie Roberts
Die letzten zwei Monate haben uns gezeigt, dass die republikanische Wählerschaft mit ihrem Bewerberfeld immer noch nicht glücklich ist.
Obwohl Mitt Romney, der Ex-Gouverneur von Massachussetts, wieder an der Spitze liegt.
Er hat derzeit die meisten Delegierten hinter sich, er hat das meiste Geld, er hat die beste Organisation. Trotzdem sind die Wähler noch nicht mit ihm warm geworden. Sie stimmen auch für andere.

euronews
Wird am “Super Tuesday schon der definitive Kandidat bestimmt?

Cockie Roberts
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Ich denke, wir werden in den einzelnen Staaten unterschiedliche Kandidaten vorn sehen.
Allerdings habe ich noch nie ein republikanischen Nominierungsrennen gesehen, bei dem so lange kein Favorit auszumachen war. Und bei dem das Spitzenpersonal der Partei so eine negative Einstellung gegenüber den Kandidaten zeigte.
Es handelt sich diesmal um Leute, die bei der Parteiführung nicht beliebt sind. Das kann zu weiteren Differenzen zwischen den Kandidaten bei den nächsten Vorwahlen führen.

euronews
Die Wahlkampffinanzierung, die emotionalen Elemente, die Vermittlung von Überzeugungen.
Was ist jetzt am wichtigsten?

Cockie Roberts
Die Wahlkampffinanzierung macht schon einen Unterschied. Da kann besonders Mitt Romney viel negative Fernsehwerbung gegen seine Rivalen einsetzen. Als Folge davon sind viele Wähler mit allen Kandidaten unzufrieden. Und das schafft für die Republikaner keine gute Ausgangaposition für die Präsidentenwahl im November. Eine emotinale Verbindung mit den Wählern ist ein wichtiges Element. Und genau damit hat Mitt Romney reichlich Probleme. Einen Fehler hat er gemacht, indem er gezeigt hat, wie reich er ist, indem er über die zwei Cadillacs seiner Frau gesprochen hat. Das war wohl der Gipfel. Natürlich ist das ein schönes Luxusauto. Aber Verbindung zum Wähler ist wichtig.

euronews
Wird das Wähler gegen ihn aufbringen? Die Cadillacs oder die Autorennen?

Cockie Roberts
Ja, wird es. Die Art vor allem, wie er beim berühmten Nascar-Rennen auf die Frage, ob er ein Fan davon sei wie viele Amerikaner, antwortete,
“Nicht besonders, aber ich kenne einige der Rennstall-Besitzer”. Die meisten von uns kennen solche reichen Leute nicht. Wenn er keine Redemanuskript hat, sagt er öfter solche Sachen, mit den er Leute vor den Kopf stößt.

euronews
Welche bisher gehörten Wahlkampfversprechen werden bestimmt gebrachen, wenn ein Republikaner die Wahl gewinnt?

Cockie Roberts
Ich vermute, dass Versprechen für weniger Steuern und einen ausgeglichenen Haushalt nicht zu halten sind. Diese Rechnung wird nicht aufgehen.

euronews
Cokie Roberts, vielen dank für den Ausblick auf den Super Tuesday .