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Berichte syrischer Flüchtlinge

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Berichte syrischer Flüchtlinge

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Gastlich sieht es nicht aus im Bekaa-Hochtal im Osten des Libanon. Hier zwischen den Bergen.
Durch Regen und Schnee sind diese syrischen Zivilisten geflohen, um der Armee zu entkommen.
Zuflucht haben sie endlich im Libanan gefunden, auf der anderen Seite der Grenze. Getrieben von der Angst vor der Rache des Assad-Regimes kamen vor allem Mütter und Kinder.
Ein Mann, der Angst hat, sein Gesicht zu zeigen, berichtet von der Flucht aus der Stadt Qusair.
Die Kugeln pfiffen ihnen um die Ohren, als sich sich gen Süden aufmachten, auf dem kürzesten Weg zur libanesischen Grenze. Und dann liessen die libanesischen Grenzposten sie nicht ins Land.
Zum Glück fanden sich hilfsbereite Menschen, die sie in ihren Autos auf anderen Wegen zum libanesischen Ort Arsal brachten.
Andere Flüchtlinge berichten, dass nur Frauen und Kinder in den Libanon hineingelassen wurden. Diese beiden Familien schafften es am Übergang Al Joushe. Sie gehören zu den rund 2.000 Zivilisten aus der Stadt Qusair, die der syrischen Armee entkommen konnten. Mitnehmen konnten sie kaum mehr als das, was sie am Leibe tragen.
Flucht und Vertreibung à la Assad.

“Was hätten wir denn sonst tun sollen”? fragt diese Mutter. “In unseren Wohnungen waren wir nicht mehr sicher, als die Panzer anfingen, die Häuser zu beschießen. Wer fliehen konnte, ist geflohen.”

Qusair liegt nur 22 km von der libanesischen Grenze entfernt. Sechs Monate lang lebten die Bewohner in der 40-tausend-Einwohner-Stadt unter der Belagerung durch Assad-Truppen. Es gab keine Nahrungsmittel mehr, keinen Treibstoff. Medikamente und Waffen wurden heimlich aus dem Libanon herangeschafft. Die Assad-Armee drang am Sonntag in die Stadt ein. Bombadiert wurde die Stadt schon vorher, wie dieser Einwohner sagt.
Er stellt sich im Video als Mohammed vor und berichtet von einem Nachbarn, der beim Tee sass, als ihn das Geschoß der Assad-Truppen traf.

Auch aus der Stadt Idlib wurden am Sonntag Frauen und Kinder in den Libanon in Sicherheit gebracht. Auf offenen Lastwagen. Geblieben sind nur die Männer der “Freien Syrischen Armee” – Deserteure aus Assads Armee und Freiwillige, die bis zum Sturz des Regimes kämpfen wollen.