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Brüssel drängt auf Frauenquote

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Brüssel drängt auf Frauenquote

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Nach einem Jahr ist die Bilanz alles andere als ermutigend: Der Aufruf der Europäischen Union an europäische Unternehmen, den Frauenanteil zu erhöhen, ist weitgehend folgenlos geblieben.

Inzwischen denkt man in Brüssel über einen Gesetzesvorschlag nach, in dem der Frauenanteil festgeschrieben werden könnte. Justiz-Kommissarin Viviane Reding droht, mit den Quoten ernst zu machen: “Sie sind symbolisch, doch offenbar ist hin und wieder ein starkes Signal notwendig. Denn es gibt Frauen, die für Aufgaben in Aufsichtsräten geeignet sind, die hochqualifiziert sind, über eine lange Erfahrung im Management und eine ausgezeichnete Ausbildung verfügen, denen der Aufstieg jedoch verwehrt wird.”

Nur etwa 14 Prozent der Mitglieder in den Aufsichtsräten großer europäischer Unternehmen sind Frauen. In höchsten Leitungsfunktionen aber sind nur etwas mehr als drei Prozent. Ingrid De Latte ist Generaldirektorin eines belgischen Unternehmens für Kommunikations-Dienstleistungen. 85 Prozent der Belegschaft sind Männer. Ingrid De Latte ist für eine Quotenregelung, zugleich aber sollte ihrer Meinung nach auf die Öffentlichkeit eingewirkt werden.

“Irgendwann werden aus Frauen Mütter, natürlich möchten wir die besten Mütter sein. Das aber ist mit dem Start in eine gute Berufskarriere nur schwer zu verbinden. Jungen Frauen sollte bei diesem Brückenschlag geholfen werden.”

Bis Ende Mai will Brüssel nun die Meinung der Menschen einholen. Danach kommt vielleicht die Quote.