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Amos "betroffen" nach Besuch in Baba Amro - Russland warnt vor al-Qaida

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Amos "betroffen" nach Besuch in Baba Amro - Russland warnt vor al-Qaida

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UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos ist nach
Angaben aus diplomatischen Kreisen erschüttert über die schweren Zerstörungen in dem von der syrischen Armee eroberten Viertel Baba Amro. Um jedoch Verhandlungen mit dem Assad-Regime über die Gewährung eines freien Zugangs für Nothelfer nicht zu gefährden, sei es Amos “kaum möglich, laut Alarm zu schlagen”, hiess es.

Amos hatte das Viertel in der Stadt Homs am Mittwoch erstmals kurz besuchen können. Sie hatte sich dafür ohne Vorankündigung einem Team von Helfern des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds angeschlossen. Bereits kurz nach ihrem Besuch hatte sie ihre Betroffenheit ausgedrückt und sich dann entschuldigt.

Auch Amateurvideos zeigen die Zerstörung in Homs sowie die Hülsen von Artilleriemunition. Seitens der Vereinten Nationen hiess es, Nothilfekoordinatorin Amos habe die von der Opposition kontrollierten Gebiete in Homs nicht besuchen können.

Unterdessen wenden sich immer mehr Funktionäre von Präsident Baschar al-Assad ab. Jetzt erklärte
Vize-Ölminister Abdo Hossam al-Din in einem Video seine Unterstützung für den Aufstand. Er wisse, dass nun vermutlich sein Haus angezündet werde, seine Familie müsse mit Verfolgung rechnen, sagte er.

Nach Ansicht des UN-Sondergesandten Kofi Annan kann eine Lösung für die Krise in Syrien nur aus dem Land selbst kommen. Ein militärisches Eingreifen von außen wie in Libyen sei keine Option, betonte Annan nach einem Gespräch mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, in Kairo. Annan soll am Samstag nach Damaskus reisen.

Unterdessen präsentierten die Behörden Waffen, die angeblich aus dem Ausland kommen und für die Aufständischen bestimmt sein sollten. Angesichts des Blutvergießens in Syrien lässt US-Präsident Barack Obama nach Regierungsangaben nun auch militärische Optionen prüfen. Russland warnte vor Aktivitäten des Terrornetzwerkes al-Qaida in Syrien:

“Wir haben Informationen, dass es in Libyen mit Unterstützung der Behörden ein spezielles Ausbildungslager für syrische Revolutionäre gibt. Sie schicken ihre Leute nach Syrien, um die legitime Regierung anzugreifen”, so Russlands UN-Botschafter Vitaly Tschurkin vor dem Weltsicherheitsrat. “Diese Aktivitäten untergraben die Stabilität im Nahen Osten. Wir denken, dass al-Qaida in Syrien ist und darum stellt sich die Frage, ob der Export der Revolution nicht zu einem Export des Terrorismus wird.”

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Syrien bislang rund 7.500 Menschen getötet worden, nach Angaben von Aktivisten weit mehr als 8000.