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Schwedens militärisches Know-how in Saudi-Arabien?

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Schwedens militärisches Know-how in Saudi-Arabien?

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Im Skandal um den Bau einer Waffenfabrik in Saudi-Arabien gerät Schwedens Regierung in Erklärungsnot. Das Verteidigungsministerium leugnete Berichte eines Radiosenders, wonach es indirekt an der Planung beteiligt ist.

Die Geschäfte sollen über das regierungsnahe Forschungsinstitut für Verteidigung FOI und eine Scheinfirma abgelaufen sein. Dick Sträng, in früherer FOI-Mitarbeiter, packt aus: “Dem FOI waren zu enge Grenzen gesetzt. Wir haben die Firma gegründet, um das liefern zu können, was nach Ansicht der Gegenseite von der Regierung zugesagt worden war.”

Die Berichte zitieren geheime Dokumente, die die Regierung nicht kommentieren will, eine Zusammenarbeit mit der Scheinfirma leugnet sie. Nichtsdestotrotz hatte Ministerpräsident Frederik Reinfeldt frühere Waffenlieferungen nach Saudiarabien stets gerechtfertigt: Diese Deals ermöglichten Handel und den Austausch von Kontakten mit einem wichtigen Staat, einem Mitglied der G20 und der Welthandelsorganisation, erklärte Reinfeldt.

Die Berichte über den Bau der Waffenfabrik im streng islamischen Saudi-Arabien sorgten in Schweden für einen Aufschrei. Mitglieder der Grünen verlangten einen Untersuchungsausschuss.