Eilmeldung

Eilmeldung

Fukushima: Der Bauer und der Behördenchef

Sie lesen gerade:

Fukushima: Der Bauer und der Behördenchef

Fukushima: Der Bauer und der Behördenchef
Schriftgrösse Aa Aa

Die japanische Stadt Tomioka ein Jahr nach Fukushima. Vor der Katastrophe lebten hier 16 000 Menschen. Jetzt hat Tomioka noch genau einen Einwohner. Der Bauer Naoto Matsumura ist bei seinen Tieren geblieben. Eigentlich hätte er die Stadt, die in der 20-Kilometer-Sperrzone um das Atomkraftwerk liegt, verlassen müssen. Doch er weigerte sich.

Angst vor den Strahlen hat der 53jährige nicht. Er sagte: “Ich kann nicht behaupten, dass es hundertprozentig sicher sei, zurückzukehren. Aber für Menschen in meinem Alter ist es kein Problem. Ich weiß nicht, wie sich Leute mit kleinen Kindern fühlen würden, aber ich denke, wer so alt ist wie ich, kann auch zurück.”

Matsumura kann seine Tiere mittlerweile mit dem Segen der Behörden versorgen, sie erteilten ihm eine Sondergenehmigung.

Unterdessen teilte die Atomenergiebehörde in Wien mit, die Atomkraft sei seit Fukushima sicherer geworden. Behördenchef Yukiya Amano sagte: “Fukushima hat uns wachgerüttelt. Die Menschen haben neu und verstärkt über nukleare Sicherheit nachgedacht und sie haben begriffen, dass die Sicherheit zuerst kommen muss.”

Die Einschätzung der Atomenergiebehörde wird aber nicht von allen geteilt. Während Amano ein Jahr nach der Katastrophe sagte, es seien auf der ganzen Welt wichtige Schritte für mehr Nuklearsicherheit unternommen worden, beklagte die Umweltschutzorganisation Greenpeace, es sei aus dem Unglück nichts gelernt worden.