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Italien sauer nach eigenmächtiger Geiselbefreiungsaktion der Briten


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Italien sauer nach eigenmächtiger Geiselbefreiungsaktion der Briten

Die missglückte Befreiungsaktion für eine britische und eine italienische Geisel in Nigeria hat einen Eklat zwischen Italien und Großbritannien heraufbeschworen. Italien fühlt sich übergangen, weil die britische Regierung die Aktion nur in Absprache mit den nigerianischen Kollegen startete. Ob die Geiseln im Kreuzfeuer starben oder vorher getötet worden waren, blieb unklar. Bei der Aktion gab es laut Agenturberichten Pannen.

Staatspräsident Giorgio Napolitano fand klare Worte: Das Verhalten der britischen Regierung sei unerklärlich – warum habe sie Italien nicht informiert und konsultiert bei einer Aktion, die Gewalt einsetzte, und die, wie leider geschehen, auch schlecht enden konnte. Er halte eine Erklärung für absolut notwendig, auch von einem politisch-diplomatischen Blinkwinkel aus.

Die britische Regierung verwies auf das knappe Zeitfenster und die Gefahr für die Geiseln, die möglicherweise an einen anderen Ort gebracht und exekutiert werden sollten. Außenminister William Hague erklärte, man habe die italienische Regierung informieren können, als die Operation im Gang war, aber mehr habe man nicht tun können. Jeder verstehe die Einschränkungen und das schnelle Timing bei solchen Aktionen.

Laut dem nigerianischen Präsidenten Jonathan Goodluck wurden die Geiselnehmer festgenommen, der Geheimdienst gab hingegen an, sie seien alle getötet worden.

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