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Italiens Volksseele kocht nach missglückter Befreiungsaktion

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Italiens Volksseele kocht nach missglückter Befreiungsaktion

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Die missglückte Befreiungsaktion in Nigeria hat ein diplomatisches Nachspiel. In einer Blitzaktion hatten die Regierungen von Großbritannien und Nigeria versucht, eine britische und eine italienische Geisel in Nigeria zu befreien. Doch der Versuch scheiterte, beide Geiseln sind tot.

Italien fühlt sich durch die Operation ohne ausreichende Abstimmung gedemütigt. Regierungschef Monti berief ein Treffen des Sicherheitsrates ein, dem die Minister für Verteidigung, Justiz und Inneres und die Geheimdienste angehören.

Die Volksseele kocht:
“Es muss mehr Abstimmung geben, damit sowas nicht noch mal vorkommt. Das geht auf den Mangel an Kontakt zwischen den Geheimdiensten zurück”, schimpft ein Passant in Rom, ein anderer fügt hinzu: “Sie waren nicht ehrlich uns gegenüber. Diese Befreiungsaktion hätten beide Länder gemeinsam machen müssen. Was können sie jetzt der Familie der italienischen Geisel sagen?”

Dass Italien erst informiert wurde, als die Aktion im Gange war, findet auch Staatschef Napolitano unerklärlich. Er verlangte “politische und diplomatische” Erläuterungen von Großbritannien.