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Japans schleppender Wiederaufbau

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Japans schleppender Wiederaufbau

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Minamisanriku ein Jahr danach: Ein Jahr nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist die japanische Hafenstadt immer noch ein Trümmerfeld. Vor dem 11. März 2011 lebten hier 17.000 Menschen, einen Tag später waren es 10.000 weniger. Bis heute werden noch einige hundert vermisst.

Die wenigen Fischer, die hier blieben, brauchten erst einmal neue Boote, um wieder arbeiten zu können.

Die zerstörten Behördengebäude und das zentrale Krankenhaus sind nicht wieder aufgebaut, die Kranken werden in einer Behelfsstation im Container versorgt. “Es mangelt an Ausrüstung, und weil es kein zentrales Krankenhaus gibt, müssen wir die Patienten über eine Stunde lang im Auto weitertransportieren. Außerdem haben wir das Problem einer alternden Gesellschaft”, klagt ein Arzt.

In Rikuzentakata in der Iwate Präfektur, die damals durch die Zerstörungen traurige Bekanntheit erlangte, werden weiter Leichen gesucht – auch in der Kanalisation. Gelegentlich stoßen die Bergungskräfte von Polizei, Armee und Küstenwache auf Knochen oder Körperteile: “Wir tun unser Bestes, um noch Leichen zu finden und sie ihren Angehörigen zu übergeben. Aber die Suche wird nach so langer Zeit immer schwieriger”, erklärt ein Polizist.

Insgesamt starben fast 16.000 Menschen bei der Katastrophe, die sich am Sonntag jährt. Mehr als 3.000 sind weiter vermisst. Angesichts des schleppenden Wiederaufbaus sind viele Japaner von Behörden und Regierung enttäuscht. Wer kann, verlässt sich lieber auf private und Eigeninitiative. “Japan, gib nie auf” heißt es auf einem Wimpel der Bergungskräfte.