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Private Gläubiger kürzen Athens Schulden

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Private Gläubiger kürzen Athens Schulden

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Griechenland hat die entscheidende Hürde auf dem Weg zu seiner Rettung vor dem Staatsbankrott genommen. Nach Angaben der Regierung in Athen haben 85,8 Prozent der privaten Gläubiger einem Tausch ihrer Anleihen und damit einem Schuldenerlass zugestimmt.

Obwohl die Gefahr für Griechenland noch nicht vollkommen gebannt ist, gibt sich Finanzminister Evangelos Venizelos trotzdem optimistisch:
“Ich glaube, dass das griechische Volk jede Gelegenheit hat, das investierte Geld zurückzubekommen. Geld, dass wir für die Rettung der Banken und der Einlagen griechischer Anleger zu zahlen gezwungen waren. Die Griechen werden verstehen, dass das die effizienteste Methode zur Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme war.”

Teile der unter großem finanziellen Druck stehenden griechischen Bevölkerung sehen das offenbar anders. So mancher Grieche lässt an der Regierung kein gutes Haar:

“Wer 100 Euro Schulden bei der Bank hat, wird hochgenommen. Wer Milliarden schuldet, bleibt unbehelligt? Schämen die sich nicht? Pfui, ich spucke auf sie”, schimpft einer der Passanten in der Athener Innenstadt. Ein anderer erklärt: “Gut für die, ja. Aber für uns doch nicht! Jeder kümmert sich nur um sich selbst. In Kürze werden die Menschen auf der Strasse sitzen. Wir haben hier mehr als 2000 Obachlose.”

Und doch endete mit der Gläubigerzusage eine Zitterpartie. Griechenland kann nun mit einer Schuldenentlastung von 100 Milliarden Euro und der von EU und IWF in Aussicht gestellten Finanzspritze rechnen.

Die griechische Regierung kündigte an, nun auch die übrigen Gläubiger zu einem Schuldenerlass zwingen zu wollen.