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"Ein Fenster der Hoffnung für Griechenland"

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"Ein Fenster der Hoffnung für Griechenland"

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Mit einem “Haircut” ist im Englischen einmal ein gewöhnlicher Haarschnitt gemeint. Zum anderen bedeutet es “Schuldenschnitt”. Ein Wort, das spätestens jetzt vielen bekannt sein dürfte, da Griechenland eben diesen Schuldenschnitt geschafft hat. Damit ist das Land einen Großteil seiner Schulden bei privaten Gläubigern los. In einem Athener Friseursalon keimte ob des geglückten Haircuts Optimismus.

Eine Friseurin sagte: “Je mehr man Haare schneidet, umso kräftiger wachsen sie nach. Also hoffen wir mal, dieser Haircut bei den Schulden führt zu neuem Wachstum.”

Mit dem Haircut entfallen mehr als 100 Milliarden Euro Schulden für Athen, die Pleite ist abgewendet. Und die Euro-Finanzminister gaben neues Hilfsgeld für Griechenland frei.

Regierungschef Lucas Papademos: “Nach der größten jemals vollbrachten Umschuldung öffnet sich nun ein Fenster der Hoffnung und der Gelegenheiten für Griechenland. Dies ist ein historisches Ereignis, das durch die systematische, koordinierte und harte Arbeit zahlreicher Menschen ermöglicht wurde.”

Der Finanz-Experte Philippe Waechter aus Paris warnt aber vor zu früher Freude. Nach wie vor sind die Aufgaben für Griechenland und die Menschen vielfältig und schwer zu bewältigen: “Die Lage in Griechenland wird für die griechischen Bürger sehr unsicher bleiben. Die Frage ist jetzt, ob Griechenland seinen Verpflichtungen aus dem Sparpaket nachkommen kann.”

Während sich die Menschen in Griechenland also weiter auf magere Zeiten einstellen müssen, werden die Gläubiger entschädigt. Nach dem Schuldenschnitt werden nun die Kreditausfallversicherungen fällig. Und die greifen, obwohl die Gläubiger freiwillig auf ihre Schulden verzichtet haben.