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"Kony 2012" - Internetgemeinde spielt Aktenzeichen XY

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"Kony 2012" - Internetgemeinde spielt Aktenzeichen XY

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“Das ist Joseph Kony”, sagt der Vater. “Ist das der Böse?” fragt sein Sohn im Vorschulalter. “Ja,” sagt der Vater.

Neun Jahre ist es her, da weinte der ugandische Junge Jacob um seinen toten Bruder, umgebracht von sogenannten Rebellen der ugandischen „Widerstandsarmee des Herrn“ auf der Suche nach Kindersoldaten.

Der Amerikaner Jason Russell – er ist der Vater im Video und Filmemacher – versprach ihm: “Wir werden alles tun, um die zu stoppen.” Das Ergebnis: Mehr als 50 Millionen Klicks seit Anfang der Woche für das Video “Kony 2012”.

“Kony tötet keine Leute in Paris oder New York … Kony tötet in der Zentralafrikanischen Republik und das kümmert keinen,” sagt Luis Moreno-Ocampo. Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, der Kony seit sieben Jahren sucht.

Seine Soldateska soll 10 000ende Kinder entführt und sie zu Soldaten und Sklaven gemacht haben. Jetzt soll er sich – geschützt von mehreren hundert Kämpfern – irgendwo im Busch der Zentralafrikanischen Republik versteckt halten.

Russells Dokudrama und seine Organisation “Invisible Children” wird von Angelina Jolie unterstützt, Popstar Rihanna und TV-Legende Oprah Winfrey sind dabei. Sogar Teenie-Star Justin Bieber will Kony “niedermachen”.

Kritiker bemängeln an “Kony 2012” Schwarzweißmalerei, Eigenlob und einseitige Recherche.

Mit AFP, Reuters