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Amok in Kandahar: Eine Großmacht in Erklärungsnöten

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Amok in Kandahar: Eine Großmacht in Erklärungsnöten

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Seit ein US-Soldat am Wochenende in der Provinz Kandahar im Süden Afghanistans 16 Zivilisten ermordete – vor allem Kinder und Frauen – suchen amerikanische Politiker und Militärs nach Worten.
 
Zum Beispiel Außenministerin Hillary Clinton: “So sind wir nicht,“ beteuert sie. “So ein Vorfall ist unerklärlich und man muss sich da sicherlich viele Fragen stellen”…
 
 
Die amerikanische Öffentlichkeit reagiert genauso geschockt.
 
“Jetzt geht das wieder so los wie in Vietnam”, schreibt ein Blogger zu einem Artikel der New York Times – ein anderer fordert die Todesstrafe, obwohl er eigentlich dagegen ist.
 
 
Jared Richardson, US-Soldat:
 
“Ich kann mir auf der ganzen Welt keinen vorstellen, der das ok findet, 16, 18 Zivilisten und Kinder zu töten. Noch viel weniger, wenn einer die amerikanische Flagge auf der Uniform trägt. Es ist einfach nur völlig inakzeptabel.”
 
  
Viele machen sich Gedanken über die
2.US-Infanteriedivision in Lakewood im US-Bundesstaat Washington. Hier sind 100 000 Soldaten stationiert, unter anderem vier Soldaten, die 2010 als “Kill Team” aus Spaß drei Afghanen töteten, und der Todesschütze von Kandahar. 
 
 
Jorge Gonzalez, Manager eines Cafés in der Nähe des Stützpunkts:
 
“Was da aus diesem Standort alles rauskam, dieses “Kill Team”, diese Selbstmordraten, diese Posttraumatischen Belastungsstörungen. Da wundert mich gar nichts.”
 
 
 
mit AP, dpa