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Droht ein Handelskrieg in den Wolken?

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Droht ein Handelskrieg in den Wolken?

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Zuerst drohte China, nun auch Russland.
Gestritten wird um die Einbeziehung der Luftfahrtgesellschaften in den Emmissionshandel.
Umweltschützer beklagen schon lange, dass Flugbenzin nicht besteuert wird.
Am Sonntag haben Airbus und zwei Zulieferfirmen sowie sechs europäische Fluggesellschaften in einem Brief an vier Regierungschefs der EU vor einem Handelskrieg in den Wolken gewarnt.
Am stärksten betroffen von Gegenmaßnahmen ist dem Brief zufolge der europäische Flugzeugbauer
Airbus. Weil China wegen des Streits die Freigabe der Bestellung von Airbus-Maschinen blockiert habe, seien mindestens 1000 Stellen an den
europäischen Airbus-Standorten und mindestens ebenso viele bei den Zulieferern gefährdet.
EADS-Chef Louis Gallois hatte am Donnerstag bekanntgegeben, Peking wolle insgesamt 45 bestellte Maschinen nicht mehr abnehmen, darunter zehn der neuen Superjumbos vom Typ A380.
Das bedeute für das Unternehmen einen Verlust von 9 Milliarden Euro.
Die neue EU-Regel besagt, dass Fluggesellschaften Verschmutzungsrechte in Höhe von 15 % des von ihren Maschinen verursachten CO-2-Ausstosses kaufen sollen. Umgerechnet auf die Verbraucherpreise würde das Flugtickets zwischen 2 und 12 Euro teurer machen.
Die chinesische Regierung hat ihren Fluggesellschaften verboten, diese Steuer zu bezahlen. Russland will als Gegenmaßnahme zusätzliche Überfluggebühren erheben. Das kann teuer werden, führen doch die meisten Flugrouten von Europa nach Japan, China und Indien über russisches Gebiet. Experten machen Flugzeuge für 3 % der klimaschädlichen Gase verantwortlich.
Am Freitag hatten sich die Umweltminister der EU ausdrücklich hinter diese Initiative gestellt.