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Sammelklage gegen kanadische Tabakkonzerne

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Sammelklage gegen kanadische Tabakkonzerne

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Jean-Yves Blais aus Quebec in Kanada ist jetzt 67 Jahre alt. Als er mit dem Rauchen anfing war er zehn. Inzwischen hat er Krebs – und sagt mit der Zigarette in der Hand, aufhören könne er einfach nicht. Statt dessen hat er zusammen mit zwei Millionen anderen Rauchern und Ex-Rauchern eine Sammelklage gegen die kanadische Zigarettenindustrie angestrengt. Mit der Begründung, die Unternehmen hätten die mit dem Rauchen verbundenen Risiken verharmlost.
Zusammen verlangen sie rund 27 Milliarden Dollar Entschädigung. Diese größte Sammelklage in der kanadischen Rechtsgeschichte richtete sich gegen die drei größten Zigarettenhersteller des Landes.
Wegen Verfahrensstreitigkeiten hatte es 13 Jahre gedauert, ehe der Prozess beginnen konnte.
Die Anwältin der Tabakkonzerne, Deborah Glendinning, erklärt lakonisch: “Rauchen ist eine freiwillige Sache, …für die Leute selbst die Verantwortung übernehmen müssen”.
In den USA haben sich ähnliche Prozesse über Jahre hingezogen. Und vor zwei Wochen hat dort die Tabakindustrie einen wichtigen Sieg errungen.
Ein Richter erklärte es für unstatthaft, dass die Konzerne mit solch abschreckenden Bildern auf Zigarettenpackungen auf die Risiken aufmerksam machen müssen. Immerhin gilt in den USA noch das sogenannte “Tobacco Master Settlement Agreement”. Danach müssen sich die Zigarettenhersteller an den Kosten beteiligen, die dem Gesundheitssystem durch nikotinbedingte Krankheiten entstehen. Laut einer amerikanischen Studie sterben in den USA an den Folgen des Rauchens pro Tag 1.200 Menschen. Jeder vierte College-Student greift regelmäßig zur Zigarette – und 80 % der rauchenden Jugendlichen behalten die schädliche Gewohnheit ein Leben lang bei.