Eilmeldung

Eilmeldung

Tödliches Nachspiel nach Massaker in Afghanistan

Sie lesen gerade:

Tödliches Nachspiel nach Massaker in Afghanistan

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Massaker eines US-Soldaten an afghanischen Zivilisten ist eine Regierungsdelegation von Präsident Hamid Karsai, die am Tatort ermittelte, von Aufständischen beschossen worden. Die Delegationsmitglieder, darunter auch Brüder von Karsai, blieben unverletzt, aber ein Soldat kam ums Leben und mehrere Menschen wurden verwundet.

Der US-Soldat hatte am Wochenende im Distrikt Pandschwai nach afghanischen Regierungsangaben 16 Zivilisten getötet. In der ostafghanischen Stadt Dschalabad gab es an diesem Dienstag eine erste große Protestkundgebung von gut 2.000 Studenten. Die Sorge vor einer weiteren Destabilisierung des Landes wächst. Die Taliban hatten nach dem Vorfall gedroht, amerikanische Soldaten zu enthaupten.

Dem US-Soldaten droht nach Worten des amerikanischen Verteidigungsministers Leon Panetta die Todesstrafe. Präsident Barack Obama erklärte: “Uns bricht das Herz angesichts des Todes unschuldiger Menschen. Die Ermordung unschuldiger Zivilisten ist empörend und nicht hinnehmbar. So sind wir als Land nicht, dieser Vorfall repräsentiert nicht unsere Armee, und deshalb habe ich das Pentagon angewiesen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um eine umfassende Untersuchung durchzuführen.”

Weiterhin bestärke die Bluttat ihn in seinem Entschluss, die US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen, doch wolle er dies nicht überstürzt tun.

Die Motive des 38-jährigen Soldaten, der an einem Stützpunkt in Washington State stationiert war, sind weiterhin unklar. Bei einem Irakeinsatz hatte er eine Kopfverletzung erlitten, aber es besteht bisher kein Hinweis, dass sein Gemetzel in Afghanistan damit in Zusammenhang stehen könnte. Unter seinen Opfern sind viele Kinder.