Eilmeldung

Eilmeldung

Ratlosigkeit in Heverlee

Sie lesen gerade:

Ratlosigkeit in Heverlee

Schriftgrösse Aa Aa

Trauer und Fassungslosigkeit in Belgien. Am Mittwochmorgen herrschte vor allem Ratlosigkeit in der Schule St. Lambertus in Heverlee. 24 der Kinder besuchen die katholische Schule in dem Städtchen in der Nähe von Brüssel, 16 haben überlebt, der Verbleib von acht weiteren Kindern ist unklar. Die Schule blieb geöffnet, in den Klassenräumen erklärten Psychologen den Schülern und Schülerinnen, was geschehen ist. Die Eltern wurden schließlich mit Bussen zum nahegelegenen Militärflughafen gebracht. “Es ist furchtbar, ich finde keine Worte”, sagt eine ehemalige Lehrerin. “Wenn ich mich in die Eltern hineinversetze, die heute nach einer Woche Ski-Urlaub ihre Kinder wiedersehen sollten, man kann es sich nicht vorstellen.”

Mit einem Airbus flogen 116 Angehörige in die Schweiz. Während manche den erlösenden Anruf von ihrem Kind erhalten hatten, war für andere weiter unklar, ob ihr Sohn oder ihre Tochter überlebt haben. Der Bürgermeister der zuständigen Gemeinde Löwen, Louis Tobback, sagt, man habe den Eindruck, dass es mit der Kommunikation nicht so gut geklappt habe. Es sei etwa schwierig gewesen, eine Telefon-Nummer zu erhalten, an die man sich habe wenden können, man habe über Fotos zur Identifizierung der Kinder verfügt. Allerdings ergebe sich der Eindruck, dass selbst die Schweizer irgendwann den Informationsfluss unterbrochen hätten, weil sie von Anrufen überflutet worden seien.

Die belgische Regierung kündigte einen nationalen Tag der Trauer an. Die Polizei habe Spezialisten in die Schweiz entsandt, die bei der Identifizierung der Opfer helfen sollten. Das sei aber sehr schwierig. “Das schwierigste hier in Heverlee ist der Zweifel”, sagt euronews-Korrespondentin Audrey Tilve, “der Zweifel über die acht Kinder, deren Identifizierung noch nicht bestätigt wurde. Zur Unterstützung begleitet ein Ärzte- und Psychologenteam die Eltern in die Schweiz.