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Streit um billige "seltene Erden"

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Streit um billige "seltene Erden"

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Der Streit um die seltenen Erden landet vor der Welthandelsorganisation. Es geht um die Frage, wie China mit seinem Monopol umgeht.

Die sogenannten “seltenen Erden” enthalten jene Stoffe, ohne die die moderne Hightech-Industrie nicht mehr auskommt. Die EU, die USA und Japan haben China verklagt, weil Lieferabsprachen nicht eingehalten werden. US-Präsident Obama betonte, die amerikanischen Hersteller brauchten dieses Material.

Wenn China den Markt nun nach seinen eigenen Regeln zu nutzen gedenke, bleibe Amerika nicht weiter übrig, als dem vorzubeugen. Denn diese Haltung verstosse gegen die Regeln, die zu befolgen China sich einverstanden erklärt hatte.

Jahrelang lieferte China verhältnismäßig billig. Weil die Förderung nicht nur teuer sondern oft auch gefährlich für Umwelt und Gesundheit ist, hatten andere Länder ihre Förderung zurückgefahren.

Man verließ sich auf China, dass sich aber nicht mehr an die zugesagten Quoten hält sondern nur wenig mehr als die Hälfte der abgesprochenen Mengen liefert.
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums begründete das in erster Linie mit der Notwendigkeit des Umweltschutzes. Von höheren Preisen war offiziell keine Rede.

Er sagte, China müsse auch an die eigene nachhaltige Entwicklung denken. Man gehe in Peking aber davon aus, sich innerhalb der Regeln der Welthandelsorganisation zu bewegen.

Im Klartext: Nach Jahren der wilden Ausbeutung dieser Bodenschätze, die zu enormen Umweltschäden geführt hatte, ist damit die Zeit der billigen seltenen Erden auf dem Weltmarkt vorbei. Noch kommen 97% der Weltproduktion der 17 wichtigsten “seltenen Erden” aus China.

Vom Handy bis zur Rüstungsproduktion geht in der modernen Welt nichts mehr ohne diese Zusatzstoffe. Auf China entfallen nur 35% der Weltreserven dieser seltenen Stoffe. Entweder andere Länder investieren in die teure Förderung oder die Abnehmer zahlen China höhere Preise.

Die Zeit der Billigangebote dürfte vorbei sein.