Eilmeldung

Eilmeldung

Afghanen für eigenes Gerichtsverfahren

Sie lesen gerade:

Afghanen für eigenes Gerichtsverfahren

Schriftgrösse Aa Aa

Im Süden Afghanistans haben mehrere hundert Menschen gegen das Massaker eines US-Soldaten an Zivilisten protestiert.

Die Demonstranten forderten die amerikanischen Truppen auf, das Land zu verlassen. Der Amokschütze wurde inzwischen außer Landes gebracht: er ist auf eine US-Militärbasis in Kuwait ausgeflogen worden.

Ein Umstand, der die Afghanen empört:“Dieser Amerikaner, der 16 unschuldige Menschen grundlos umgebracht hat, sollte bei UNS vor Gericht gestellt werden. Wir haben eine Regierung, einen Gerichtshof, ein Justizsystem in unserem Land – dieser Fall muss ernsthaft verhandelt werden. Die Strafe sollte dann in aller Öffentlichkeit ausgeführt werden, damit dies für die Zukunft allen Amerikanern eine Lehre sein wird.”

Die kürzlich geschehene versehentliche Koranverbrennung und das aktuelle Massaker
belasten das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Washington und Kabul und dürften beim Besuch von US-Verteidigungsminister Leon Panetta bei Präsident Hamid Karzai eine zentrale Rolle spielen.

Die Koranverbrennung durch US-Soldaten hatte jedoch deutlich heftigere Proteste in Afghanistan ausgelöst als das Blutbad vom vergangenen Sonntag.

Bei dem Massaker in der Provinz Kandahar waren nach afghanischen Regierungsangaben 16 Menschen getötet worden, darunter neun Kinder.