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Haftstrafe für Vernachlässigung im Altenheim

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Haftstrafe für Vernachlässigung im Altenheim

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Die Leiterin eines Altenheims in Großbritannien ist wegen willentlicher Vernachlässigung zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sie ist eine der ersten, die gemäß einem Gesetz zum Schutz älterer und hilfloser Patienten verurteilt wird.

Der Tod einer 90-jährigen Demenzpatientin hatte den Anstoß gegeben. Diese verbrachte zwei Monate in dem Heim. In einem dreckigen Zimmer, oft nackt, ungewaschen, dehydriert und hilflos auf dem Boden liegend. Ihre Tochter versuchte, sie anderswo unterzubringen, doch es gab keinen Platz in den anderen Heimen. Beschwerden halfen nichts – so führte sie minutiös Tagebuch über die Missstände: “Ich fühlte mich hilflos. Ich bin sicher, dass viele Töchter und Söhne sich so fühlen, und ich dachte, wenn ich das nicht alles aufschreibe, dann glaubt es ja keiner.”

Die Pfleger in dem Heim klagen über Überlastung und meldeten dies auch der Heimleitung.

Die Patientin starb letztlich nach mehreren Tagen Behandlung im Krankenhaus – zwar nicht an Vernachlässigung, doch das Gericht hielt die Heimleiterin dennoch für schuldig, aus Profitstreben den Personalmangel nicht an ihre Chefs gemeldet zu haben, um die Kosten niedrig zu halten, und stattdessen weiter Betten gefüllt zu haben. Die Heimleiterin soll ihrem Personal erklärt haben, dass die Geschäftsleitung Mitarbeiter beschimpfe und bloßstelle, die mehr Personal und damit höhere Budgets forderten.