Eilmeldung

Eilmeldung

Koptische Christen nehmen Abschied von Oberhaupt

Sie lesen gerade:

Koptische Christen nehmen Abschied von Oberhaupt

Schriftgrösse Aa Aa

Die koptischen Christen in Ägypten nehmen Abschied von ihrem Oberhaupt: Papst Schenuda III. war gestern im Alter von 88 Jahren gestorben.

Die koptische Kirche ist im Nahen Osten die größte Kirche. Fast jeder zehnte der achtzig Millionen Ägypter gehört ihr an.

Seit gut vierzig Jahren wurde sie von Schenuda geführt: 1971 war er zum Papst von Alexandria und zum Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche gewählt worden.

Beigesetzt wird Schenuda seinem Wunsch gemäß im Kloster von Wadi Natrun. Dorthin war er 1981 vom damaligen Präsidenten Anwar Sadat verbannt worden, gegen dessen Politik er immer wieder auftrat. Erst 1985 konnte er unter Sadats Nachfolger
Hosni Mubarak das Kloster verlassen und seinen Posten wieder ausüben.

Trotz der Größe und des Status ihrer Gemeinschaft fühlen sich die Kopten von der moslemischen Mehrheit unterdrückt. Immer wieder kommt es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen – zuletzt bei blutigen Zusammenstößen im Oktober.