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Nun doch kein Toleranz-Preis für Erdogan

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Nun doch kein Toleranz-Preis für Erdogan

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Nach massiven Protesten ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nun doch nicht in Deutschland mit dem Steiger Award für Toleranz geehrt worden. Mehr als 20.000 Angehörige der türkischen Minderheiten hatten am Samstag in Bochum friedlich gegen die für den Abend geplante Preisverleihung demonstriert.

Erdogan hatte schon kurz zuvor seinen Besuch abgesagt, er begründete dies mit dem Absturz eines türkischen Militärhubschraubers am Freitag in Afghanistan. Die Veranstalter verzichteten schließlich in der letzten Minute auf den Preis in der Kategorie Europa, den Ergogan stellvertretend für das türkische Volk empfangen sollte. Der nicht dotierte Preis war für die deutsch-türkische Freundschaft gedacht.

Die Kurden und Aleviten, die in Bochum, dem Veranstaltungsort, auf die Straße zogen, werfen Erdogan Menschenrechtsverletzungen vor und mangeldes Engagement der türkischen Justiz bei der Aufklärung von Morden an Angehörigen der Minderheiten. Eine der Demonstrantinnen in Bochum klagt: “Hier sind wir Ausländer, in unserem eigenen Land sind wir Ausländer. Wir wissen nicht, wo wir hinsollen, als Kurden und als Aleviten.”

Auch deutsche Politiker und Journalisten hatten die geplante Auszeichnung kritisiert. Der Steiger Award ist nach den Steigern im Bergbau benannt und wurde auf Privatinitiative zur Förderung der Region ausgelobt. Weitere Preisträger in diesem Jahr sind Schwedens Königin Silvia und Ex-Bundespräsident Horst Köhler.