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Kony 2012: Afrikaner wollen mit Verbrechern selbst fertigwerden

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Kony 2012: Afrikaner wollen mit Verbrechern selbst fertigwerden

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Mehr als 80 Millionen Internet-Surfer haben in den letzten paar Tagen das Video “Kony 2012” gesehen. Mit seiner Hilfe soll der Rebellenführer Joseph Kony aus Uganda geschnappt werden. Seine Truppe soll zehntausende Kinder entführt und zu Soldaten oder Sexsklaven gemacht haben – rund zwei Millionen Menschen verließen daraufhin Haus und Hof.

Stimmt, Kony ist ein Krimineller, sagen viele Afrikaner – aber….

Emira Woods:

“…..zugrunde liegt eine Botschaft – dass junge amerikanische Gutmenschen in den Lauf der Geschichte eingreifen können. Das schiebt einfach zur Seite, was wichtig ist für Afrikaner im 21. Jahrhundert, für alle Menschen rund um den Globus: Dass jeder sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.”

Emira Woods ist in Liberia geboren und steht heute mit an der Spitze einer Denkfabrik in Washington. Das Video ist von Jason Russell, Amerikaner.

Auch Ugandas Ministerpräsident Amama Mbabazi gehört zu den gut 80 Millionen Videoklickern. Auch er ist nicht zufrieden:

Amama Mbabazi :

“Das Video stellt die Dinge unvollständig dar. Wenn man das so sieht und hört, was da gesagt wird – dann entsteht der Eindruck, Kony sei immer noch in Uganda und dass dort immer noch gekämpft wird – obwohl wir doch alle wissen: das ist nicht wahr.”

In Uganda hat sich die Lage nach 20 Jahren Bürgerkrieg im Norden des Landes seit etwa vier Jahren berruhigt. Joseph Kony, Anführer der Lord’s Resistance Army („Widerstandsarmee des Herrn“, LRA) hält sich vermutlich mit einigen hundert Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik versteckt. Er wird seit sieben Jahren vom
Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesucht.

mit Reuters, dpa